Das Verbot des Genusses von Blut

Worksheet by Marc Uri
Das Verbot des Genusses von
Blut worksheet preview image
Subjects
Other
Grades
7
Language
DEU
Assignments
17 classrooms used this worksheet

Wie lautet dein Name? Eine traurige Geschichte In etwa seit dem 5. Jahrhundert vor der Zeitrechnung sind sogenannte "Ritualmordlegenden" gegen Juden bekannt. Es waren dies Beschuldigungen gegen die örtlich ansässige jüdische Gemeinde, sie würden nicht-jüdische Kinder töten - unter anderem um aus deren Blut Mazzot für Pessach zuzubereiten. Diese Blutbeschuldigungen haben über die Jahrhunderte vielen Juden das Leben gekostet oder waren Grund dafür, dass Juden vertrieben wurden. Auch in Österreich gab es im 17. Jahrhundert eine solche Legende rund um das "Anderl vom Rinn", ein Kind, das in einem Tiroler Ort von Juden getötet worden sein soll. Der Kult rund um diese Lüge wurde seitens der Kirche erst im Jahr 1994 (als vor 26 Jahren!) verboten.Immer schon aber war diese Legende regelrecht absurd, denn: das Konsumieren von Blut ist im Judentum strengstens verboten! Leviticus 3 Bereits in der Tora selbst wir viermal das Verbot des Blutes erwähnt. Lese dir diese Quellen durch. Es sind jeweils Links, auf die du klicken musst. Jeweils auf der rechten Seite findest du dazu eine deutsche Übersetzung. Quelle in der Tora Leviticus 7 Der markierte Passuk und jener danach bitte auch. Leviticus 17 Hier die Pssukim 10 bis inklusive 12. Deuteronomy 12 Hier ein Passuk aus Sefer Dwarim. Blut welcher Tiere? Oben siehst du den Kommentar Raschi"s zu einem der darüber genannten Stellen in der Tora. Finde heraus, auf welche Tierarten sich das Verbot des Genusses von Blut bezieht?Von welcher Tierart also ist es verboten, Blut zu essen? Vieh (Behemot Chajot) Vögel Fische Insekten Und Menschenblut? Natürlich ist hierbei nur Blut von an und für sich erlaubten Tieren gemeint. Klar ist, dass Blut von unkoscheren Tieren sowieso nicht erlaubt ist und auch das Blut von Menschen (selbst sein eigenes) nicht gegessen werden darf. Die Ausnahme stellt hier jenes Blut dar, das im Mund selbst entstanden ist, wenn also z.B. ein Zahn herausfällt oder das Zahnfleisch blutet. Dieses Blut darf heruntergeschluckt werden, solange es die Mundhöhle nicht verlässt. Nach der Sch'chita Selbst nachdem ein Tier koscher geschlachtet, also geschächtet wurde, ist das Fleisch noch nicht koscher. Es muss erst koscher gemacht, also "gekaschert" werden. Das bedeutet unter anderem, dass das noch im Fleisch befindliche Blut herausbefördert werden muss.Hierfür kennen wir zwei Prozedere:> מליחה Hierbei wird das Blut durch das Salz nach draußen befördert.> צלייה Durch das Rösten des Fleisches über offenem Feuer kommt das Blut heraus. Dies wird vor allem bei Leber gemacht und auch teilweise noch von Köchinnen und Köchen zuhause. Das bedeutet, dass Leber immer wieder in koscheren Fleischereien gekauft wird, diese aber noch nicht koscher ist und sie erst zuhause durch "Zlija" koscher gemacht werden muss! (Daher sollte man sich vor dem Kauf von Leber immer erkundigen, ob dieser Prozess bereits gemacht wurde oder noch nicht!) Wir merken uns also... מליחה einsalzen צלייה rösten In der Praxis... Sieh dir das Video an, das einen Betrieb in den USA zeigt. Welche Art des Kascherns wurde hier angewandt? צלייה מליחה Blutiges Fleisch und "blutiges" Fleisch Ein wichtiges Prinzip ist, dass sich in bereits ordentlich und halachisch korrekt gekaschertem Fleisch kein Blut mehr befindet. Das, was etwa bei einem Steak oder zumal beim Aufschneiden eines Huhns rot aussieht ist per Definition der Halacha kein Blut mehr.Das kann natürlich nicht für diverse Sorten, ohnehin unkoscherer Fleischspezialitäten auch in Österreich gelten. Die in Österreich bekannte "Blunzn", also Blutwurst, ist eine alte traditionelle Speise in Österreich, wie du in diesem Link lesen kannst. Weder von den verwendeten Fleischarten, noch von der Zubereitung (eben aktiv mit Blut) ist dieses Produkt koscher. Im Video kannst du einer Liebeserklärung auf Wiener Art auf diese Wurst lauschen. Ei, Ei, Ei... Wie genau wir bei diesem Verbot sind, erkennt man gleich wenn man einen Juden bittet, ein Ei zu öffnen. Bei jedem Ei achten wir darauf, dass nicht ein einziger Tropfen Blut dabei ist. Eine der Aufgaben eines Maschgiachs, also eines Kontrollors der Kaschrut in einem Betrieb, ist das Öffnen und Kontrollieren jedes einzelnen Eis.Im folgenden Video wirst du lernen wie ein Ei entsteht. Halachisch macht dies insofern einen Unterschied, als dass wir bei einem Tropfen Blut im Ei unterscheiden:> Stammt das Blut von der Entstehung eines Kükens (wurde also das Ei natürlich, durch einen Hahn, befruchtet), dass müssen wir das ganze Ei wegwerfen.> Stammt das Blut aber von einem unbefruchteten Ei, dann reicht es wenn wir nur den "Fleck" wegschütten.Weil wir heute nicht immer wissen, ob die Hühner nun natürlich befruchtet werden oder nicht, wirft man üblicherweise einfach das gesamte Ei weg.Ein echtes Problem kann es bei sogenannten "Bio-Eiern" oder bei Eier von "Freilandhühner" geben, da die oft eine artgerechte Haltung erleben (was klar zu begrüßen ist), andererseits hier manchmal die Eier auf ganz natürliche Art entstehen und somit es eher zur Entstehung von Blut kommen kann. Die Eier an sich sind koscher, vorausgesetzt man findet bei der Kontrolle kein Blut! In so einem Fall müsste jedenfalls das ganze Ei weggeworfen werden! Der Grund für das Verbot Es kann immer nur ein Versuch sein, den Grund für bestimmte Ge- oder Verbote zu bestimmen. Wir wissen es nicht, können uns aber auf bestimmte Gelehrte beziehen, die hier versucht haben, einen tieferen Sinn zu sehen. Drei Meinungen sollen erwähnt werden. Die Meinung des Ramba"m (Maimonides) Der Ramba"m erklärt, dass in früheren Zeiten Menschen, die Anhänger gewisser Sekten waren, aktiv das Blut von Tieren gegessen hätten, um so Kräfte von Dämonen zu erlangen. Das ist natürlich reiner Aberglaube und eine Form den Götzendienstes! Um uns davon abzusondern und zu zeigen, dass wir damit rein gar nichts zu tun haben wollen, essen wir nicht einmal einen Tropfen Blut. Die Meinung des Ramba"n (Nachmanides) Der Ramba"n lehrt, dass es gewissen tierische Eigenschaften gibt, die wir nicht in uns aufnehmen wollen. Wir glauben daran, dass "du bist, was du isst" - dass also alles was wir essen auch einen Einfluss auf unseren Geist, unsere Seele hat. Der Mensch ist dem Tier erhaben und wir möchten nicht durch die Konsumation von Blut (das ja in der Tora mit der Seele verglichen wird!) diese tierischen Eigenschaften in uns aufnehmen. Die Meinung des "Chinuch" Der Autor des "Sefer HaChinuch" meint zum Verbot des Blutes, dass es grausam wäre, wenn wir neben dem Fleisch vom Tier, das wir ja zu uns nehmen und dies auch dürfen, auch noch seine "Seele" zuführen. Denn die Tora zieht eben eine Parallele zwischen der Seele und dem Blut. Es wäre daher grausam, auch die Seele des Tieres zu "verspeise". Die Tora hingegen möchte unsere Seele verfeinern und meint daher, wir sollen das Blut nicht essen. Zum Abschluss: Welche der genannten Meinungen kannst du etwas abgewinnen und weshalb? Schreibe hier deine Gedanken dazu.

Use This Worksheet