Anwendung: Moralstufen nach Kohlberg
Schaue Dir das Video zu den Moralstufen nach Kohlberg an. Ordne die folgenden Aussagen jeweils einer moralischen Entwicklungsstufe mit der jeweiligen Begründung und der sozialen Perspektive zu. Ich muss mehr lernen, denn wenn ich wieder eine schlechte Note schreibe, dann streicht mein Vater mir das Taschengeld. Stufe 1 (präkonventionelles Niveau): Handlung findet statt, um Bestrafung zu vermeiden. ->soziale Perspektive: ICH Es ist für ein Schüler wichtig, die Anerkennung des Lehrers zu erhalten. Stufe 3 (konventionelles Niveau): Handlung findet statt, um anderen zu gefallen und damit scheinbar etwas Gutes für die jeweilige Klassengemeinschaft getan zu haben. ->soziale Perspektive: ICH und DU und unsere GRUPPE Menschenrechte sind wichtiger als konkrete Regeln und Gesetze des gesellschaftlichen Systems. Stufe 6 (postkonventionelles Niveau): Orientierung an universellen Prinzipien (Grundrechte) -> soziale Perspektive: Bedeutender als ICH und WIR Ich darf deine Sandburg kaputt machen, weil du mir mein Auto weggenommen hast. Stufe 2 (präkonventionelles Niveau): "Wie du mir, so ich Dir." -> soziale Perspektive: Ich und der Andere Wichtiger als das Einhalten von Normen ist die derzeitige Verständigung über ethische Werte und individuellen Rechten. Stufe 5 (postkonventionelles Niveau): Bestehende Normen und Gesetze müssen auch hinterfragt werden dürfen, wichtiger sind daher derzeitige sozialvertragliche Vereinbarungen und gegenseitige Übereinkünfte bzgl. individueller Rechte nach ethischen Grundsätzen. -> soziale Perspektive: Wir alle-auch ICH Damit die Gesellschaft funktioniert, ist es wichtig, dass jeder einem Beruf nachgeht. Stufe 4 (konventionelles Niveau): Orientierung an bestehender Sozialordnung. -> soziale Perspektive: ICH und DU und unsere Gruppe im sozialen System Ich trage Markenjeans, das kommt in meiner Clique gut an. Stufe 3 (konventionelles Niveau): Damit wird die Clique als selbstbewusste Gemeinschaft gestärkt. soziale Perspektive: ICH und DU und unsere Gruppe. Die nächsten Aussagen stammen von dem ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann (1906-1962). Er war als Leiter des für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständigen Eichmannreferates des Reichssicherheitshauptamtes mitverantwortlich für die Ermordung von ca. sechs Millionen Menschen. Schaue Dir dazu folgendes Video an: Lies die folgenden Aussagen, mit denen Eichmann seine Taten vor Gericht verteidigte: Tatsächlich war ich nur ein kleines Rädchen in der Maschine, das die Befehle des Deutschen Reiches ausführte.Ich bin weder ein Mörder noch ein Massenmörder. Ich bin ein Durchschnittscharakter, mit guten Eigenschaften und vielen Fehlern.Was gibt es denn da zu "gestehen"? Ich führte meine Befehle aus. Mich für die ganze Endlösung der Judenfrage verantwortlich zu machen, ist genauso sinnlos, wie die verantwortlichen Beamten der Eisenbahn verantwortlich zu machen, auf der die Juden transportiert wurden.Wo wären wir geblieben, wenn jeder sich damals seinen Teil gedacht hätte? Das kann man heute in der "neuen" deutschen Armee tun. Aber bei uns war ein Befehl ein Befehl.Ich möchte aber nochmals betonen, dass meine Abteilung nie einen einzigen Vernichtungsbefehl erließ. Wir waren nur für die Deportation verantwortlich.Ich habe mich nur für die Zahl der Transporte interessiert, die ich zusammenstellen musste. Ganz gleich, ob die Leute, die auf diese Züge verladen wurden, Bankdirektoren oder Irrenhäusler waren, sie gingen mich nichts an. Das war wirklich nicht mein Geschäft.Ich bin Hitler nie persönlich begegnet, aber sein Erfolg allein bewies mir, dass ich mich diesem Mann unterordnen sollte. Er war irgendwie so haushoch überlegen, dass die Menschen ihn anerkennen mussten. Mit dieser Rechtfertigung habe ich ihn freudig anerkannt.